Chronik der Mahnwachen Forchheim

9. Mahnwache in Forchheim, 23.05.2011

Das Ziel
Nur der Sofortausstieg aus der Atomwirtschaft schafft Sicherheit – auch in der generellen Energie-Versorungssicherheit - und führt zu einer ökologischen Energiewende, deshalb brauchen wir den sofortigen Atomausstieg. 

Lage bei der Politik
Immer mehr Politiker kündigen zwar den Konsens für einen schnellen Atomausstieg an - die Politik bleibt aber wankelmütig und ohne Verlass.

Der  Bayerische Ministerpräsident  Horst Seehofer schlingert – gerade eben soll der Atomausstieg auf das Jahr 2022 verschoben werden.

Wer aber Fukushima und seine Opfer ernst nehmen will, der muss jetzt handeln: Alle Atomkraftwerke sofort abschalten, jetzt. Dafür steht der Bund  Naturschutz in Bayern mit seinen 175.000 Mitgliedern.

Machbarkeit
Eine schnelle Energiewende ist bezahlbar und machbar, sofort sogar. Dafür gibt es genügend Beweise. Derzeit sind 11 der 17 Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Lichter sind nicht ausgegangen, Lebensqualität wurde nicht eingebüßt.

Die Atom-Profiteure betreiben hiergegen eine Angst-Kampagne und hoffen auf unser Müdewerden.

Wir aber mahnen und fordern unentwegt:

  • sofortiges Stilllegen aller AKW
  • Abschaffung der Subventionen und Privilegien der Energiekonzerne
  • naturverträglichen planvollen Ausbau der erneuerbaren Energien hin zur hundertprozentigen Versorgung.

Der Weg
Drastische Verringerung des Energieverbrauches; Zielwert: 75 % ohne eine Verringerung der Lebensqualtität

Schlagworte:

  • energetischen Gebäudesanierung,
  • Kraft-Wärme-Kopplung,
  • intelligente Energiespeichertechnik,
  • Stromspartechnik,
  • energiesparenden Produktionsweisen

Energiesparen heißt:

  • Geld sparen,
  • Arbeitsplätze im Handwerk und im Mittelstand.schaffen

Der Bund Naturschutz bleibt dabei:

1. Der Start der Energiewende in Bayern auf allen Ebenen ermöglicht den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft.

2. Dies zu erreichen, erfordert den Einsatz der vollen Kraft auf allen Ebenen.

3. Nur dann ist Bayern unterwegs vom führenden Atomstromland zum Land des Energiesparen, der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energie.

Der Praxis-Baustein - Atomausstieg selber machen
Wir zeigen:
Wir zahlen nicht länger fürs Atomrisiko!

Fast 1.000.000 Stromkunden haben ihren Atomausstieg schon selbst vollzogen, indem sie zu einem Ökostromanbieter gewechselt haben.

Mitmachen:
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Die Botschaft
Die Katastrophe von Fukushima zeigt die bedrohlichste Seite der Atomenergie, das Risiko eines Super-GAU.

Unsere Trauer und Angst um die Ereignisse in Japan mischen sich mit Wut und Entschlossenheit, dem Atomrisiko entschieden zu begegnen, in Bayern, in Deutschland, weltweit.

Weltweit agierende Atomkonzerne - und E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW zählen hierzu - werden kein einziges Atomkraftwerk freiwillig abschalten. Darum ist es wichtig weiter politischen Druck zu erzeugen. Jede Woche, jeden Montag hier auf dem Rathausplatz.

Unsere Chance, den Atomausstieg und die Energiewende durchzusetzen, war noch nie so groß wie jetzt - das bedeutet:

Mahnwache auch nächsten Montag wieder hier auf dem Rathausplatz

Der besondere Hinweis
Teilnahme an der Großdemonstration am Samstag, 28. Mai in Fürth. Es finden erstmals am gleichen Tag in ganz Deutschland Großdemonstrationen in ca. 20 Städten bundesweit statt. Sind auch Sie mit dabei, wenn das kraftvolle Signal von zigtausenden Menschen gesendet wird:

Alle AKW abschalten – sofort und endgültig

Fürth -  28. Mai - 13 Uhr Start an der Großen Fürther Freiheit

Kommen sie selbst und nehmen sie andere mit zur Demo und der Forderung:
Schluss mit der Atomenergie!

 Wollen Sie Ihren Stromanbieter wechseln? Es geht ganz einfach!

8. Mahnwache in Forchheim, 16.05.2011

Noch gestern war Japan unbekümmert, was das Nutzen der Atomenergie angeht.
Wir gedenken den Menschen,

  • denen durch eine Fehleinschätzung von Menschen ihre Heimat genommen wurde,
  • die seit langer Zeit nun einmal für zwei Stunden in die Sperrzone um Fukushima durften, um ihre wichtigste Habe zu bergen,
  • die im Strahlenumfeld der Reaktoren nach Kräften versuchen das auszubügeln, von dem andere meinten, dass es nie passieren würde.

Wir halten inne und beginnen verstehen, dass es der Mensch ist, der letztlich nicht fehlerfrei agiert; der Turm zu Babel lässt grüßen.

Es ist immer noch verführerisch, mit einem Köfferchen voll Atom-Brennstoff wirtschaftliche Erfolge und Vorteile erringen zu wollen; die Rückschläge dieser Technologie werden weiterhin verdrängt.
Auch wenn anderswo - z.B. gerade in den hochverschuldeten USA - wieder ein Herstellertest das Gesundbeten propagierte - hat Japan am 10. Mai 2011 beschlossen, der Atomtechnik abzuschwören und nun stärker auf alternative Energien zu setzen.

Die Bundesregierung entscheidet nun nicht Mitte Juni, unmittelbar nach dem Ende des Moratoriums, über das weitere Vorgehen, sondern voraussichtlich erst am 8. Juli 2011, der letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Der Weg der Zukunft liegt aber nicht in einer fortgesetzten Energiebereitstellung durch vier Großanbieter mittels Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee und Energie-Autobahnen quer durch Deutschland. Auch der Ausstieg aus dieser Struktur gemeinsam mit dem Einstieg in die Erneuerbaren Energien, angetrieben u.a. von der Sonne, ist eine der Lehren von Fukushima.

Warten wir nicht ab, wie uns erneut eine Struktur übergestülpt wird, von der wieder nur wenige - die großen Anbieter - profitieren werden. Werden wir aktiv, z.B. indem wir

  • geeignete Standorte für die im Landkreis Forchheim notwendigen Windräder (nötig wären weniger als 100) finden und
  • eine Speichertechnologie vorantreiben, die überschüssigen Windstrom auch ohne das Gespenst einer Pumpspeicher-Seen-Platte bewerkstelligen kann.

Denn: Gespeichert werden kann überschüssige Windkraft durch Herstellen von Methan und Zwischenlagerung im sehr großen Erdgasnetz.

Diese Ideen schlagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • den Verzicht auf die Strom-Autobahnen und 
  • den Verzicht auf die Pumpspeicher-Seen-Platte

Nebenbei eröfnet diese Technologie den Weg aus der zentralen, von wenigen Anbietern beherrschten Energie-Struktur und zeigt aber auch, wovon wir als Hochtechnik-Land leben: von unseren Köpfen.

Lassen Sie ihren Kopf in den nächsten Wochen für die Montags-Mahnwachen eingeschaltet, damit der Weg in die Erneuerbaren Energien gegangen wird, auch unter Nutzung der Stromerzeugungsabwärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mittels lokaler Blockheizkraftwerke (BHKW), damit unsere Kommunen und Landkreise energieautark werden.

7. Mahnwache in Forchheim, 09.05.2011 Deutschland geht zum politischen Alltagsgeschäft über

  • Die Nachrichten über die Atomkatastrophe sind Geschichte
    - die Menschen in den Notunterkünften sind es nicht!
  • Man sagt uns: Japan war gestern!
  • Wir sagen: Nein – gestern war Tschernobyl, heute ist Fukushima und morgen vielleicht schon Grafenrheinfeld!
  • Deshalb fordern wir mit Nachdruck den Stopp des Auslaufmodells Atomenergie und den Umbau der Energiewirtschaft zu regenerativen Energien.
  • Wir, das Volk, sind zur Wende bereit!
  • Deshalb: Ihr Politiker und Manager, ihr Politikerinnen und Managerinnen: Habt endlich den Mut, jetzt hier die Energiewende einzuleiten, damit die Zukunft die Zukunft unserer Kinder und Enkel werden kann.

6. Mahnwache in Forchheim, 02.05.2011 Wir gedenken mitfühlend

  • der Opfer der radioaktiven Verstrahlung, die ihre Wohnung oder ihr Haus nicht mehr betreten dürfen,
  • der Kinder, die ihre Spielsachen nicht mehr anfassen und ihren Spielplatz nicht mehr besuchen dürfen,
  • der Menschen, die unter Strahlenbelastung gearbeitet haben und nun sterbenskrank werden.

Atomkraftwerke werden zu Zeitbomben - in den Händen von Menschen.

  • Was sollen wir einer Regierung glauben, die Laufzeiten verlängert und nun auf Druck der Bürger eine Überprüfung verspricht? - Haben sie in der Vergangenheit ohne Kenntnis der Lage die Nutzung der Kernenergie verlängert? Das wollen wir wissen!

Atomausstieg verspricht Wirtschaftswachstum mit regenerativer Energiegewinnung.

  • Können wir anfangen mit der Wende?
  • Würde es etwas nützen?
  • In Europa  -  in der Welt?

Überall leben Menschen, ...

  • alle sind intelligent genug, um auf Gefahr zu reagieren. - Das ist der Ansatzpunkt!
  • Starten wir eine Kettenreaktion zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen!

 

25.04.2011 Grafenrheinfeld

 

5. Mahnwache in Forchheim,18.04.2011

  • Natürliche Lebensgrundlagen - in Tschernobyl alles verloren, Haus und Garten, Hof und Feld.  >>> In Fukushima - erneut alles verloren ...
  • "Beste Technik, alles im Griff" - wir glauben das nicht mehr, was nützt uns beste Technik, wenn der Mensch als Betreiber versagt? Auch Fukushima ist Menschenversagen - in der Einschätzung der Natur.
  • Wieso erzeugen wir Abfall, für den es kein Lager gibt? Wir wollen heraus, aus dieser Falle, Schluss mit Kernenergie!
  • An die Politik: Wir werden mahnen und wiederkommen, bis der richtige Weg beschritten ist, und wir sind viele!

 4. Mahnwache in Forchheim,11.04.2011

  • Atomare Bedrohung in Japan noch lange nicht vorbei
    Atomzeitalter ganz rasch hinter uns bringen
  • Energiewende: Einstieg in die richtige Energie-Struktur mit
     regionaler Energiebereitstellung und regionaler Verteilung

    • keine Großprojekte mit einer Vielzahl an Windparks in der Nordsee
    • keine Stromautobahnen quer durch Deutschland

  • Speicherung zur Spitzenlastabdeckung im Erdgassystem, nicht in flächenverbrauchenden Pumpspeicherwerken


3. Mahnwache in Forchheim, 04.04.2011

  • Atomstrom ist billiger? Nein!
    Noch unsere Urenkel bezahlen für die Folgekosten der Entsorgung.
  • Atomkraft ist sauber? Nein!
    Die Endlagerung ist eine tickende Zeitbombe.
  • Atomenergie ist sicher? Ja!
    Todsicher. Atomkraft tötet! Akute Strahlenkrankheit ist tödlich.

2. Mahnwache in Forchheim, 28.03.2011

In großer Betroffenheit über die Ereignisse in Japan nehmen wir stillen Anteil am Leiden der Menschen. Atomausstieg jetzt.


1. Mahnwache in Forchheim, 21.03.2011

  • Risiko einer nuklearen Katastrophe nicht länger zu tragen
    * Sicherheit entsteht nur durch sofortiges Abschalten der deutschen Atomkraftwerke.
  • Keine leeren Versprechungen, kein Moratorium
           > Atomkraftwerke sofort abschalten <
    * Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie in 2011, jetzt.
  • Hochgefährliche Nukleartechnologie erfordert hundertprozentige Sicherheit der technischen Anlagen.
    * Auswirkungen eines Atomunfalls bleiben unfassbar groß.
  • Hundertprozentige Sicherheit weder technisch noch naturwissenschaftlich möglich
  • Aussagen „Bayerische Atomkraftwerke seien sicher“ der Bayerischen Staatsregierung oder „Deutsche Atom-kraftwerke seien sicherer als japanische Atomkraftwerke“ des Bundesministeriums ohne fachliche und naturwissenschaftliche Grundlage
  • Katastrophe Fukushima belegt in erschreckender Weise die unverantwortliche Haltung der Regierungen zur Atomenergie.
    * Gilt generell, sowohl für die Bundesregierung Deutschland als auch die  Staatsregierung Bayern  - aber auch außerhalb von Deutschland.

Atomausstieg

 

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