Dezentrale Regenerative Energien - Überblick

Vorteile eigener Versorgung mit dezentralen Regenerativen Energien

  • Versorgungssicherheit
  • Unabhängigkeit von großen Konzernen (Preispolitik)
  • keine Stromautobahnen (Schutz von Flächen)
  • Arbeitsplätze vor Ort
  • zusätzliche Einnahmen für die Kommunen durch Verkauf von Energie und kommunale Betriebssteuer (Gewerbesteuer und Grundsteuer für betriebliche Grundstücke)

Flächenbezogene Effektivität

Signifikant ist das Verhältnis der flächenbezogenen Energieausbeute (Hektar-Basis Windenergiepark - also nicht bezogen auf die Turmfläche der Windkraftanlage) von
Wind
zu Photovoltaik zu Biogas = 100 : 10 : 1

Biomasse

Landwirtschaftliche Flächen sind vorrangig für die Produktion von Lebensmitteln einzusetzen. Diese Zielorientierung gewinnt mit der Steigerung des Bewusstseins für mehr Lebensqualität durch mehr Regionalprodukte in zunehmendem Maße an Bedeutung. Biogasanlagen als Verwertungs- und Nutzungsmöglichkeit von Abfällen können allenfalls . . .  weiterlesen

Photovoltaik

Schwerpunkt ist es, das Potential vorhandener und geeigneter (auch kommunaler) Dächer und Hausfassaden auszuschöpfen. Bei einer Anlagengröße bis 30 kW besteht seit 1.1.2009 die Möglichkeit, den selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen.

Geeignete Flächen in den Gemeindegebieten sollen . . . weiterlesen

Windenergie

Das Potential (zunächst ausreichende Windgeschwindigkeit) ist auch in unserem Landkreis vorhanden. Z.B. interessiert sich die Bremer WDP-AG für Marloffstein; die Ortschaft liegt zwar knapp jenseits der Landkreisgrenze im Kreis Erlangen-Höchstadt, jedoch nicht unweit von Gebieten mit gleichartigen Windgeschwindigkeiten im Süden des Landkreises. Die Stadt Pegnitz will gemeinsam mit dem Planungsbüro Ostwind einen Windpark errichten – auch hier wird das im (Wind-)Energie-Atlas eingetragene Potential durchaus auch in Bereichen des Landkreises Forchheim erreicht.

Technischer Fortschritt und gesetzliche Regelungen haben in Bezug auf die Windenergie viele Hinderungsgründe und Bedenken ausgeräumt, wie z.B. die befürchtete "Verspargelung" der Landschaft oder Geräuschbelastung in Nachtzeiten. Den immer wieder geäußerten optischen Befürchtungen ist entgegenzusetzen, dass nichts so sehr das Bild unserer Umwelt verändert hat, wie die Auswirkungen der industriellen Revolution. Wie alle anderen regenerativen Energien muss Windenergie deshalb immer im Vergleich mit den Aus- und Nebenwirkungen fossiler und atomarer Energieerzeugung gesehen werden.

  • Minimale Flächennutzung,
  • kaum Wasserverbrauch,
  • kaum Leitungsverluste,
  • vollständige Rückbaubarkeit und
  • gleichzeitige hohe Ausbeute

sind Vorteile, die auch im Landkreis Forchheim überall dort genutzt werden sollten, wo dies in Einklang mit Mensch und Natur möglich ist. Gerade dieser Technologie werden kurze energetische Amortisationszeiten in Aussicht gestellt.

Auch im akustischen Bereich haben sich quantensprunghafte Fortschritte ergeben. Binnen-WKA werden heute bewusst mit langsamer Rotationsgeschwindigkeit betrieben (entgegen den Off-Shore-Typen), ausgerichtet auf das Vermeiden eines Strömungsabrisses im Bereich der Schallgeschwindig­keitsgrenze (was zu vermehrten Geräuschen führen würde), strömungstechnisch exzellent angepasste Flügelgeometrien tragen weiteres bei ebenso wie Drehzahlabregelungen im Nachtbetrieb.

Durch die Abstandserhöhung zu bebauten Gebieten von 800 m ist sowohl die Geräusch- als auch die Schlagschattenproblematik (ohnehin nur Sonnen-abgewandte Seite) nicht mehr gegeben; der Diskoeffekt ist durch neue, matte Anstriche vermeidbar geworden.

·   Hinzu kommen:

    hervorragende Klimabilanz

    positives Image für die Gemeinde nach außen

    keine Einschränkungen für Land- und Forstwirtschaft

In bisherigen Windparks wurde übrigens entgegen der oft behaupteten negativen Auswirkungen auf den Tourismus festgestellt, dass diese sogar positive Auswirkungen haben, da Windenergieanlagen sichtbare Zeichen für Klimaschutz und ökologischen Fortschritt sind. Hierdurch wird der Gemeinde ein Imagegewinn beschert; was natürlich bei einem besonders auf das Landschaftsbild (wie das Kerngebiet Fränkische Schweiz) ausgerichteten Tourismus fallweise zu bewerten bleibt.

Download der Kurzbeschreibung als pdf-Datei zum Ausdrucken


 

Anhang Auswahlkriterien

Im Einzelnen gilt für uns zu WKA bei den wesentlichsten Auswahlkriterien folgende Orientierung:

1. Tabuzonen, die von Windkraftanlagen freizuhalten sind

  • Nationalparks
  • Naturschutzgebiete
  • Flächenhafte Naturdenkmale
  • Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten
  • Besonders geschützte Biotope (§ 20c BNatSchG bzw. ab 01.03.2010: § 30 Abs. 1 Nr. 1-6)
  • Ornithologisch oder für bestimmte Fledermaus-Arten besonders bedeutsame Gebiete (RAMSAR- und SPA-Gebiete, IBA-Gebiete, FFH-Gebiete nach Schutzzweck)
  • Flugkorridore von Zugvögeln
  • Wiesenbrütergebiete bzw. Brutstätten gefährdeter Arten, jeweils mit Abstandsflächen
  • Lebensstätten besonders geschützter Pflanzenarten (z.B. Trockenrasengesellschaften, Orchideenwiesen)
  • Ausreichender Abstand von mind. 800 m zur nächsten Wohnbebauung (Lärmkriterium, Schattenwurf) sowie 150 Meter plus Rotorradius zu Waldrändern

2. Prüfzonen mit besonderen Anforderungen an eine Verträglichkeitsprüfung im Einzelfall

  • Landschaftsschutzgebiete je nach Schutzzweck [1]
  • Waldgebiete
  • Nahrungshabitate von Großvögeln
  • Gebiete mit markanten landschaftsprägenden Strukturen

3. Eingriffsregelung

  • Der Eingriff durch ein Windkraftwerk ist nicht ausgleichbar, weshalb Ersatzmaßnahmen notwendig sind.


    [1] Hinweis: Für die eigentliche Schutzzone des Landschaftsschutzgebiets Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst gilt:


    (Auszug) Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst" im Gebiet des Regierungsbezirks Oberfranken
    Stand: 1. August 2002 

    § 3 Schutzzweck Zweck der Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes ist es,

    1. die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts zu erhalten bzw. wieder herzustellen und zu verbessern, insbesondere
     - erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu verhindern
     - den Wald wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt zu schützen
     - die heimischen Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume zu schützen,

    2. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des für die nördliche Frankenalb typischen Landschaftsbilds zu bewahren und

    3. eingetretene Schäden zu beheben oder auszugleichen.

    Hinweis:
    In der vorhergehenden Version vom 14. Juli 1995 war weitergehend ausgeholt

    Zweck der Festsetzung des Naturparks ist es,

    1. das Gebiet entsprechend dem Pflege- und Entwicklungsplan (§ 12 Nr. 1) nachhaltig zu sichern, zu pflegen und zu entwickeln,

    2. geeignete Landschaftsteile für die Erholung und den Naturgenuß zu erschließen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, soweit die Belastbarkeit des Naturhaushalts und des Landschaftsbilds dies zulassen,

    3. den Erholungsverkehr zu ordnen und zu lenken,

    4. in der Schutzzone

    . . .  nun erst folgen die obigen Punkte gem. §3 oben als a) bis c)

     

Nach oben