Energiewende im Landkreis

Allgemeinorientierung

Wenn es auch in erster Linie gilt, Energie zu sparen, so bleibt es im Landkreis Forchheim doch erforderlich, für die Zukunft einen ausgewogenen Energiemix möglichst unter Beteiligung der BürgerInnen in die Wege zu leiten und umzusetzen.

Ebenso in unserem Landkreis gründet sich eine Bürgerenergie-Genossenschaft, die auch Ihre Interessen für eine regionale Energiegewinnung wahrnimmt und in der Sie Mitglied werden können, die Bürger-für-Bürger-Energie eG, zu erreichen unter: http://www.bfb-energie.de/

 

Windvorrangflächen im Landkreis

mögliche Windkraft-Standorte

Juni 2013
Stellungnahme der BN-Kreisgruppe zu den Vorwürfen der “BI gegen Windkraft im Vorranggebiet Pinzberg”
3. Juni 2013 - Kreisvorsitzender Heinrich Kattenbeck des BUND Naturschutz der Kreisgruppe Forchheim klärt auf zu den fälschlicherweise abgegebenen Vorwürfen in der Lokalpresse auf der Bürgerversammlung in Pinzberg: …“Hauser kritisiert . . . mehr

 

Mai 2013
13.05.2013 -  Der Regionale Planungsverband Oberfranken-West stellt den Entwurf des Planungsausschusses vor.
Die Vorranggebiete Kasberg-Nord und Ebersbach-West werden als gestrichen deklariert. Die genauen Begründungen hierzu sind öffentlich nicht zugänglich.

In einem Bericht der Presse wird davon gesprochen, dass Bürger im Landkreis aufatmen können.

Der BN sieht hierin die Verfehlung der Politik vor Ort, den Bürgerinnen und Bürgern rechtzeitig verdeutlicht zu haben, dass es nicht darum gehen kann anderen Regionen die Energiegewinnung durch Regenerative Energiequellen zuzuschieben oder gar darauf zu setzen, dass Braunkohlestrom über die Thüringer Hochspannungs-Brucke zu uns geliefert wird. Dort verschlingt der Energiekonzern Vattenvall noch immer ganze Dörfer, sind diese den Baggern im Wege. Bekannt ist, dass diese Fossilbrennstoff-Kraftwerke die CO2-Bilanz  erheblich belasten. Zu meinen, dass durch Wegducken vor Ort die bevorstehende Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld in dieser Weise kompensiert werden könnte, bleibt ein gravierendes Versäumnis der Politik.

Den Bürgerinnen und Bürgern ist fachlich fundiert darzustellen,

  • wie hoch der Stromverbrauch im Landkreis derzeit ist,
  • wie hoch die Ziele des Einsparpotentials sind und bis wann diese erreicht sind (Stufenplan) und
  • wie der Energiemix Regenerativer Energiequellen auszusehen hat, um die Vorgaben der Statasregierung mit dem Erreichen eines Anteils von 50% des dann reduzierten Verbrauchs bis zum Jahr 2021 gedeckt werden können.

Die Rücknahme von Flächen für die Windenergiegewinnung im Landkreis Forchheim außerhalb von Landschaftsschutzgebieten durch den Regionalen Planungsverband ist als gravierende Fehlentscheidung anzusehen.

 

Sommer 2012
Die Kriterien für WKA-Standorte sind im Ausschlusskriterien-Katalog der Regierung von Oberfranken (Kriterienkatalog (pdf-Datei)) und auch in der Generellen BN-Position zur Windkraftnutzung umrissen.

Zudem haben WKAs nur dann Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg, wenn die mittleren Windgeschwindigkeiten ausreichend hoch sind. Der Blick auf die Windkarte des Energie-Atlasses  Bayern zeigt, dass in der Südhälfte des Landkreises in 140 m Höhe Gebiete höherer Windgeschwindigkeiten ausgewiesen sind.

Das öffentliche Anhörungsverfahrens zur Fortschreibung des Regionalplans “Windenergie“ Oberfranken-West wurde vom Regionalen Planungsverband am 27. März 2012  eröffnet. Nach der ersten öffentlichen Anhörung mit Redaktionsschluss 27.07.12 sind im Landkreis Forchheim noch fünf Vorrangflächen mit einer Gesamtgröße von ca. 200 ha ausgewiesen.
-> Detailunterlagen und Karten unter
                           Aktuelles - Regionaler Planungsverband Oberfranken-West

Verordnung zur Änderung des Regionalplans Oberfranken-West (Entwurf 27.03.2013) (Download, 6 MB)

 

Nach oben

Effektivität regenerative Energiequellen

 Generelle Hinweise

Als Faustformel staffelt sich die Effektivität der Stromgewinnung bezogen bei gleicher Fläche  wie folgt:

  • Windkraftanlage (WKA)                 = 100
  • Photovoltaik Anlage (PV-Anlage) =   10
  • Biogasanlage (BGA)                      =     1
                                                                          ( BN-Flyer PRO Windkraft )

Siehe auch Generelles unter  Positionspapiere zur Energiepolitik

 

Nach oben

Orientierung Energiewende

Leben mit der Energiewende DER FILM - Großer Erfolg am 27.04. und 26.02.2013 in Forchheim

  • Die Aufführung des Films am 26.02.2013 war ein großer Erfolg. Im  voll besetzten Kino-Center Forchheim sahen über 200 Besucher aus dem Landkreis gemeinsam den 90 minütigen Film von Frank Farenski zur Energiewende und konnten anschließend noch ausgiebig mit ihrm über dieses Thema diskutieren.

    Direkt zum Anschauen des Films im Internet

    Aufruf zur Unabhängigkeit
    Nicht die Energiewende sei schuld, dass der Strom unbezahlbar zu werden drohe, sagt Farenski. Stattdessen sei es doch unbestreitbar, dass fossile Energieträger wie Kohle und Öl knapp werden und steigende Kosten verursachen.

    Ohne die Energiewende würde diese Entwicklung den Verbraucher noch teurer zu stehen kommen. Öko-Strom werde nämlich billiger: wegen sinkender Herstellungskosten und Vergütungssätze. Deshalb fordert Farenski: Die Bürger sollen ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen.

    Aufruf zur Unabhängigkeit
    Nicht die Energiewende sei schuld, dass der Strom unbezahlbar zu werden drohe, sagt Farenski. Stattdessen sei es doch unbestreitbar, dass fossile Energieträger wie Kohle und Öl knapp werden und steigende Kosten verursachen.

    Ohne die Energiewende würde diese Entwicklung den Verbraucher noch teurer zu stehen kommen. Öko-Strom werde nämlich billiger: wegen sinkender Herstellungskosten und Vergütungssätze. Deshalb fordert Farenski: Die Bürger sollen ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen.

    Frank Farenski rief dabei nicht nur im Film zur Unabhängigkeit auf, sondern stand dazu auch für Fragende mit Anregungen im Gespräch Rede und Antwort.

    Sein Aufruf, zu dem auch den Bund Naturschutz bezüglich der Energiewende steht: "Die Bürger sollen ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen."

    Details sind auch abrufbar unter seiner Homepage
    www.newslab.de/newslab/energiewende-derfilm.html

    Fotos -> Scollen für Forchheim 26.02. / Eckental, Ikratos 28.02.2013
    www.newslab.de/newslab/Fotos.html

    Auch zum Thema Strompreis wurde klar dargestellt, dass es nicht die regenerativen Energien sind , die den Strompreis treiben, sondern allein das Festhalten an der immer teurer werdenden Fossilenergie durch die preisbestimmenden Großversorger.

    Regionale Presse

    Die Energiewende auf Zelluloid, FT, 28.02.2013


    Überregionaler Blog

    Es gehört zum demokratischen Prozess

Nach oben

Ungleichgewicht Biogas und Windkraft in Öffentlicher Diskussion

Pressemitteilung Energiewende im Landkreis Forchheim

Biogas belastet unbemerkt den Naturhaushalt - Ablehnung von Windkraftanlagen unter dem Deckmantel von Naturschutz 

Stellungnahme BN-Kreisgruppe 01.08.2012

 

Der Bund Naturschutz e.V., Kreisgruppe Forchheim (BN) nimmt Stellung zur Umsetzung der Energiewende bei der Stromgewinnung im Landkreis Forchheim, insbesondere im Hinblick auf die derzeit geführten Diskussionen zur Windkraft, aber auch im Zusammenhang mit Biogas. Bekanntermaßen wird der im Landkreis benötigte Strom in den kommenden Jahren nicht mehr aus dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld gedeckt werden. Und: Alleine aus Einsparungen beim Stromverbrauch wird sich die entstehende Lücke nicht schließen lassen.

Für die Nutzung der Wasserkraft als Teil des Energiemixes der Regenerativen Energien fehlt es im Landkreis Forchheim – ganz abgesehen von den ökologischen Problemen dieser Energiegewinnungsart – an geodätischen Fallhöhen.

Die Biomasse-Energiegewinnung ist weitgehend ausgebaut. Leider gibt es trotz der Tatsache, dass der Flächenverbrauch in Relation zur Energieernte ca. das Hundertfache gegenüber Windkraft ist, Pläne seitens der Bayerischen Staatsregierung, bei der Biomasse nochmals kräftig zulegen zu wollen. Bayern ist jedoch kein Flächenstaat, der einen weiteren beschleunigten Flächenbedarf für die Energiegewinnung mit Biogasanlagen verkraften könnte. Auch das Argument, dass Biogas speicherbar ist, ist hier nicht überzeugend.

Die nach Ausschluss von Wasserkraft und Biogas im Landkreis Forchheim verbleibenden Standbeine zur Deckung des für 2020 prognostizierten Jahres-Strombedarf von 450 GWh sind daher die Photovoltaik und die Windkraft. In Verbindung mit dem Aufbau der Speichertechnologie und einer im Verbund mit Nachbarlandkreisen dezentralen Vernetzung lässt sich damit in den nächsten Jahrzehnten ein Großteil der Versorgung problemlos sicherstellen.

Neue Studien

„Zwei neue Studien untermauern nun massiv die schon lange geäußerten Sorgen des Bund Naturschutz (BN)“, sagt der BN-Kreisvorsitzende, Heinrich Kattenbeck.

Die Deutsche Ornithologische Gesellschaft und der Dachverband Deutscher Avifaunisten weisen auf ein dramatisches Sterben der Agrarvögel während der letzten beiden Jahrzehnte hin mit eindringlicher Warnung vor dem baldigen Aussterben von Arten, wie zum Beispiel der Feldlerche, dem Wiesenpieper oder dem Kiebitz.

Positionspapier zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft

Die zweite Studie, abgegeben vom einem der wichtigsten wissenschaftlichen Beratungsgremien in Deutschland, der Nationalakademie Leopoldina, sieht in der Nutzung von Biosprit und Biogas für Deutschland in größerem Maßstab „heute und in Zukunft“ keine Option. Lt. ihrer Aussage kann dieser regenerativen Energie in keiner Weise eine tragende Funktion bei der Energiewende zugesprochen werden („Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen“). 

Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen (2012)

Download Studie

Die Forscher bestätigen, dass über die Umwidmung von Offenland in Ackerland für Energiepflanzen eine Monokulturwüste von Mais und anderen Energiepflanzen entstanden ist, die für den besorgniserregenden Rückgang der Agrarvögel mit verantwortlich ist. Dazu kommt der Flächenfraß: Bayernweit verschwinden mit dem Siedlungs- und Straßenbau täglich ca. mehr als 20 Hektar und bundesweit sind es bereits ca. 100 Hektar Lebensraum für Vögel. Ackerland ist heute gleichbedeutend mit Energieland. Nach Meinung des BN ist dies  eine Fehlentwicklung, die es zu bremsen und umzukehren gilt.

Der BN fordert:

  1. Die Expertenwarnung ist mehr als eindringlich: Das tatenlose Zusehen ist zu beenden, entsprechende Gegenmaßnahmen sind dringend umzusetzen.
  2. Das Ziel ist die Bewahrung eines Öko-Gesamtsystems bei gleichzeitiger Umsetzung der Energiewende. Bei der Gewinnung regenerativer Energien hat der hierfür notwendige Flächenbedarf in Relation zur Energieernte ebenso Berücksichtigung zu finden wie sämtliche Schutzmaßnahmen, die für die Artenvielfalt bzw. bedrohte Arten zu treffen sind.
  3. Unabhängig vom Flächenbedarfskonflikt zwischen Bioenergie und Nahrungsmittelproduktion ist dafür Sorge zu tragen, dass vor Ort wieder vermehrt qualitativ hochwertige Lebensmittel produziert werden.
    Alleine schon deshalb bestehen keine Spielräume zur Nutzung von noch mehr Fläche zur Energiegewinnung. Der Unsitte, dass Landwirte lieber Getreide zur Biogasanlage fahren (und dort höhere Entgelte erhalten) als zur Getreidesammelstelle für Nahrung (wo zusätzlich noch hohe Reinheitsgrade abverlangt werden), ist Einhalt zu gebieten.

Die Realität

Doch was geschieht angesichts der Ziele der Energiewende im Landkreis Forchheim? Windkraftgegner machen massiv Stimmung gegen Windkraft. Angefangen von rein ästhetischen Aspekten wie "ein Wind-Spargel gefällt mir eben nicht" reichen die Gründe für die Ablehnung bis  hin zu „ich bin für Windkraft, aber nicht höher als 100 m und nicht gerade hier“. Es wird aber auch nicht davor zurückgeschreckt, Greifvögel, z. B. Uhu, Rohrweihe oder Fledermäuse, als letztes Register zur Verhinderung einer Windvorrangfläche zu ziehen. Einer ganzen Reihe von Presseberichten aus verschiedensten Gemeinderatssitzungen war aber auch zu entnehmen, dass zunehmend ein ganz bestimmter Grund für die Ablehnung von Vorrangflächen genannt wird: der befürchtete Wertverlust von Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen (WKA).

Zum Kampf gegen die Energiewende vor Ort gehört aber leider auch die Verunglimpfung der Befürworter, z.B. des Bund Naturschutz. Hier wird der Vorwurf geäußert, der BN erhielte beim Bau von WKAs Ausgleichszahlungen. Dies ist jedoch völlig falsch. Derartige Mittel fließen generell nicht an den BN, sondern per Gesetz an die Landratsämter.

Geschützte Arten als Schutzschilde!

BN-Vorsitzender Kattenbeck: „Der BN spricht sich entschieden dagegen aus, geschützte Arten, wie dies im Landkreis Forchheim derzeit geschieht, regelrecht als "Schutzschilde" gegen den Bau von WKA zu benutzen, weil alle anderen Argumente nicht hinreichend stichhaltig sind.
Seitens des BN wird schon vor der Errichtung beantragter WKAs auf die Einhaltung des Artenschutzes geachtet und darauf, dass von Windkraftanlagen kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko sensibler Arten ausgeht. So konnten etliche Windräder in der Vergangenheit aus derartigen Gründen nicht gebaut werden. Der Bund Naturschutz wird diese Verantwortung auch in Zukunft nicht abgeben. Naturschutz ist Menschenschutz, weil wir Teil der Natur sind und nicht außerhalb von ihr existieren können.

Der Appell des BN an alle Entscheidungsträger

In Anbetracht der derzeit, manchen Orts leider sehr emotional geführten Debatte appelliert der BN an die öffentlichen Gremien, Gemeinderäte und Regierungsinstitutionen, die Gesamtheit aller Fakten zu betrachten und besonnen abzuwägen. Die Energiewende muss gelingen und deren Umsetzung darf nicht alleine auf die Diskussion pro oder kontra Windkraft fixiert werden. In diesem Zusammenhang kann es auch nicht sein, dass Eigennutz, z.B. zur Abwehr eines befürchteten Wertverlusts von Immobilien in der Nähe von geplanten WKA, vor dem Gemeinnutz einer dezentralen Energieversorgung vor Ort kommt. Hier erweist sich nämlich, dass die angebliche Sorge um die Greifvögel nur ein Deckmantel für Egoismus ist.

Heinrich Kattenbeck
1.Vors. BN-Kreisgruppe Forchheim

Download:
PM-01.08.12-BN-Kreisgruppe-Forchheim-Energiewende als pdf

 

Pressebericht zur Mitteilung, FT 06.08.12

Pressebericht zur Mitteilung, Wiesentbote 23.08.12

Pressebericht zur Mitteilung, NN 28.08.12

 

Nach oben