Keine Energiewende ohne Ausrichtung auf die Belange der Erneuerbaren Energien

Heute werden die Grenzen des alten, eingefahrenen Zentral-Systems sichtbar.

Grundlastkraftwerke unflexibel

Die relativ unflexiblen Grundlastkraftwerke können nicht der Dynamik der Windkraftschwankung angepasst werden. Sie sind wie kantige Riesen, die faktisch kein Regelverhalten besitzen, um der im Tagesverlauf wechselnden Stromnachfrage folgen zu können.

Großkraftwerke überholt

Zeitalter der Schwerindustrie vorbei

Die konventionellen, zentralen Dinosaurier wurden im energieaufwändigen Zeitalter der Schwerindustrie entwickelt und passen nicht mehr in das moderne Zeitalter der Informationsgesellschaft. 

Energieeffizienz im Thermischen Kraftwerk unvorteilhaft

Generell ist die Summe der Wirkungsgrade und somit die Effizienz vieler kleiner thermischer Kraftwerke ungünstiger als der Wirkungsgrad einer einzigen, sehr großen Anlage. Das hat zum Ausrichten der Energiestruktur mit Großkraftwerken geführt. Das konventionelle thermische Kraftwerk hat aber erhebliche Nachteile:

  • bereits in der Theorie kann das Dampfkraftwerk mit den durch die Turbinenwerkstoffe begrenzten Temperaturen nur ca. 2/3 der Primärenergie in mechanische Energie umsetzen. In der Praxis sind es um 40% Mechanenergie an der Turbinenwelle zum Generator, dem eigentlichen Stromerzeuger. Verstromt bedeutet dies Werte etwas unterhalb dieses Bereichs. Der Rest ist thermischer Abfall (Kühltürme), der - im Fall des Großkraftwerks weit außerhalb der Siedlungen angefallen - nicht zum Verbraucher gebracht werden kann. 

Hinzu kommt beim Großkraftwerk der Nachteil

  • hoher Verteilungsverluste in den Hochspannungsnetzen über weite Distanzen
    (Ein Güterzug, der mit 1000 Tonnen Kohle vom Ruhrgebiet nach Regensburg fährt (um diese dort zu verstromen), benötigt weniger Energie als die Energieverluste, die sich heute beim Transport von Strom über die entsprechenden Hochspannungstrassen ergeben – eine beliebte Rechenaufgabe in Ingenieurstudiengängen.)

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  • Auszug aus dem Artikel
    “Bremsklotz Großkraftwerke - Vorfahrt für Erneuerbare Energien?“
    (Quelle: Magazin energiezukunft, 9/2010 naturstrom)

" . . . Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik haben die zukünftige Entwicklung der Stromversorgung untersucht. Ihr Fazit:

Nähert sich der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung im Jahresmittel 50 Prozent, kommt auch nur noch die Hälfte der heutigen Grundlastkraftwerke zum Zuge. An vielen Tagen im Jahr müssen Kohle- und Atomkraftwerke dann sogar komplett heruntergefahren werden. Steigt der Bedarf plötzlich wieder an, müssten sie aus dem Stillstand die Stromnachfrage bedienen.

Gasturbinenkraftwerke sind in dieser Weise flexibel einsetzbar. Atom- und Kohlekraftwerke aber können das gerade nicht.

Zwischen 15 und 24 Stunden muss ein Kernreaktor aus technischen Gründen nach dem Herunterfahren stillstehen.

Bis zu zwei Tage dauert es, bis er wieder seine volle Leistung erreicht. Laut Untersuchungen des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) sind Atomkraftwerke auch nur dann regelbar, wenn sie mindestens mit der Hälfte ihrer Leistung laufen – ansonsten müssten sie vollständig abgeschaltet werden.

In der Praxis gefährdet deshalb die Trägheit der Atomkraftwerke den Einspeisevorrang der Erneuerbaren Energien.

Dem Bundesverband Windenergie (BWE) zufolge werden heute schon ganze Windparks abgeschaltet, wenn die gesamte Stromerzeugung den Bedarf übersteigt.

 Für ihre Verluste werden die Betreiber der Windenergieanlagen zwar teilweise durch die Netzbetreiber entschädigt; die Kosten dafür zahlen aber die Verbraucher. Statt als Brücke erweisen sich längere Laufzeiten für die Erneuerbaren Energien als Blockade, warnt Hermann Albers, Präsident des Windverbandes: „Die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken und geplante Neubauten von Kohlemeilern gefährden den notwendigen Ausbau der Windenergie.“

Konflikt Nr. 2: Großkraftwerke und Erneuerbare Energien passen wirtschaftlich nicht zusammen

  (Textauszug Magazin energiezukunft, 9/2010 naturstrom)

82 Prozent der deutschen Kraftwerkskapazitäten – darunter auch alle Kernkraftwerke – gehören den vier größten Energieversorgungsunternehmen RWE, E.On, Vattenfall und EnBW. Von einem fairen Wettbewerb auf dem Strommarkt kann nicht die Rede sein.

Die Monopolkommission stellte in einem Sondergutachten „erhebliche Wettbewerbsdefizite auf den deutschen Energiemärkten“ fest – trotz europäischer und deutscher Bestrebungen, den Strommarkt zu liberalisieren. Eine Verlängerung der Laufzeiten für abgeschriebene Atommeiler zementiert diese Struktur, befürchten Mittelständler und Stadtwerke. „Abgeschriebene Kernkraftwerke sind Gelddruckmaschinen“, sagte Stephan Weil, Präsident des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) in einem Handelsblatt-Interview.

„Mit dem Geld, das dort verdient wird, können die vier großen Konzerne ihre Marktposition weiter stärken.“ Viele Stadtwerke fürchten deshalb mit ihren Investitionen nicht zum Zuge zu kommen. „Viele der kommunalen Investitionen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und neuer hoch effizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen werden nicht mehr getätigt,“ warnt VKUPräsident Weil.

Von günstigeren Preisen haben die Verbraucher übrigens nichts – trotzlängerer Laufzeiten. Die Effekte für die Strompreise blieben „allenfalls marginal“, schätzt Dr. Felix Matthes, Forschungskoordinator Energie und Klimapolitik am Öko-Institut. „Die Strompreisdämpfung durch Laufzeitverlängerungen gehört zu den großen Mythen der Debatte“, sagte er dem ZDF. Weil Kernkraftwerke nicht den Preis am Markt bestimmen, sondern teurere Kohle- oder Erdgaskraftwerke, sind sinkende Strompreise deshalb leere Versprechen. Dem Forscher zufolge spült die heute anvisierte Laufzeitverlängerung Zusatzerträge zwischen 54 und 94 Milliarden Euro in die Kassen der Kraftwerksbetreiber. Solche „Finanzspritzen“ verschärfen zusätzlich die Schieflage auf dem Strommarkt. Sehr leicht lassen sich damit zukunftsrelevante Marktpositionen kaufen, Wettbewerb im Strommarkt bleibt eine Fata Morgana.

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