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07.07.2013 Tagfalterexkursion mit Dr. Ulrich Buchholz Bayern Tour Natur

Die Tagfalter am Hetzleser Berg

Am Sonntag, den 07.07.2013, begab sich eine Gruppe interessierter Naturfreunde unter Führung von Dr. Ulrich Buchholz ins Schmetterlingsparadies auf den Hetzleser Berg, dem „kleiner Bruder“ des „Walberla“. Wie dieser bei Kirchehrenbach besitzt auch der Hetzles eine interessante Schmetterlingsfauna. Besondere Lebensgemeinschaften auf sogenannten Magerrasenwiesen haben sich in der Kulturfolge auf für Nutztiere waldfrei gehaltenen Flächen entwickelt.

Tagfalterwanderung am Hetzleser Berg
Tagfalterwanderung am Hetzleser Berg

Diese konnten sich dann Jahrhunderte lang in der Kulturlandschaft auf speziell durch den Menschen offengehaltenen landwirtschaftlichen Flächen und Steinbrüchen festigen. Dabei haben sich in begünstigten Lagen Schmetterlingsgemeinschaften etabliert, welche mehrheitlich ihren Ursprung in den wärmebegünstigten Offenflächen des Mittelmeergebietes haben.

Große Händelwurz (Gymnadena conopsea), Foto Bernhard Birnfeld
Große Händelwurz (Gymnadena conopsea), Foto Bernhard Birnfeld

Die 15 Personen starke Teilnehmergruppe erkundete den Bereich des ehemaligen Steinbruchs unterhalb des Flugplatzes. Dabei war schon von Weitem die besonders begünstige Lage des Ortes zu erkennen. Das Große Händelwurz (Gymnadena conopsea) erfreute gerade den Passanten mit seinen rosaroten Blüten. Dazwischen blühten die Pflanzenarten der offenen Magerwiesen, welche für die Raupen von Tagfalter wichtige Futterpflanzen sind. Die hierauf spezialisierten Falter halten sich nahe dieser Pflanzen auf und bei sonnigem Wetter konnten die Teilnehmer eine Vielzahl von ihnen entdecken.


Dr. Buchholz ergänzte die Beobachtungen durch Wissenswertes zu Ökologie und Biologie der Arten. Trotz Fang mit Kescher und Hummelröhrchen ließ sich jedoch nicht jedes Tier einwandfrei bestimmen. So gibt es in der Gruppe der Scheckenfalter mehrere Arten, die nur anhand von Unterschieden bei ihren Kopulationsstrukturen unterschieden werden können, wozu die Tiere getötet werden müssen. Derartige Untersuchungen werden übrigens ausschließlich mit Präparation und unter dem Mikroskop durchgeführt, wozu ausschließlich Personen mit entsprechender Ausbildung und Zulassung befugt sind.


Ferner machte Dr. Buchholz darauf aufmerksam, dass der Steinbruch auch sonstigen seltenen Arten der Nahrungskette Lebensraum bietet, so z.B. dem Neuntöter.

 

Dr. Ulrich Buchholz erläutert die Tagfalter Foto: Bernhard Birnfeld
Dr. Ulrich Buchholz erläutert die Tagfalter Foto: Bernhard Birnfeld
Dr. Ulrich Buchholz erläutert die Tagfalter Foto: Bernhard Birnfeld
Dr. Ulrich Buchholz erläutert die Tagfalter Foto: Bernhard Birnfeld
Dr. Ulrich Buchholz beim Kescher-Fang Foto: Bernhard Birnfeld
Schornsteinfeger untersucht Unterarm eines Exkursionsteilnehmers, Foto: Annemarie Birnfeld

Zum Abschluss der Exkursion zeigte Jürgen Paris, der Naturschutzwart des Landkreises für dieses Gebiet, den Teilnehmern Laichtümpel, die für Populationen von Gelbbauchunken unterstützend angelegt wurden. Jahreszeitbedingt wurden keine ausgewachsenen Tiere vorgefunden.


Trotz des im Jahr 2013 etwas ungünstig verlaufenen kühlen Schmetterlingsfrühjahrs sind wir zuversichtlich, im kommenden Jahr wieder eine größere Anzahl an Tieren antreffen zu können, allgemein und speziell am Hetzles.

Naturschutzwart Jürgen Paris betrachtet Tagfalter im Hummelröhrchen, Foto: Bernhard Birnfeld

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