Mobilfunkantennen überall

Sie sprießen derzeit wie Pilze aus der Erde, die Antennen für den Mobilfunk, aber immer häufiger regt sich –  trotz der Liebe zum Handy –  Widerstand dagegen. Was veranlasst nun die Netzbetreiber zu augenscheinlicher Hektik? Es gilt zum einen, Versorgungslücken im Netz zu schließen, zum anderen sich Stützpunkte für den Aufbau des UMTS-Netzes zu sichern. Dieses neue Netz ermöglicht Dienste anzubieten, die nicht nur für den mobilen Benutzer des Handys interessant sein werden, sondern auch für den Teilnehmer zu Hause, wie z.B. den Zugang zum Internet mit hohen Datenraten. Der Dienstanbieter erspart sich dabei, für die sogenannte „Letzte Meile“ an die Deutsche Telekom AG zahlen müssen.


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auch zum Behördenfunk TETRA oder den Gefahren für Kinder und Babys.

 

Warum wehren sich die Menschen?

Warum wehren sich aber die Menschen gegen die Antennen auf dem Stahlgitterturm nahebei, auf dem Kirchturm, auf dem Haus nebenan? - Sie fürchten für ihre Gesundheit, obwohl sie doch durch Grenzwerte geschützt werden. Grenzwerte wie sie auch in anderen Bereichen z.B. zur Reinhaltung der Luft, des Trinkwassers oder zum Schutz vor Autoabgasen erlassen wurden. 

Die für den Mobilfunk hierzulande geltenden Grenzwerte werden sicherlich an allen Standorten eingehalten. Diese Werte schützen aber nur vor thermischen Effekten in „biologischen Systemen“, d.h. sie verhindern, dass sich menschliche Körperteile unzulässig erwärmen. Thermische Effekte elektromagnetischer Strahlung sind schon lange bekannt und erforscht; sie werden sogar genutzt, etwa in der Mikrowelle zu Hause oder als Kurzwellenbestrahlung beim Arzt.

Neben den thermischen Effekten gibt es in biologischen Systemen jedoch auch  athermische Effekte, die auch noch bei wesentlich geringeren Feldstärken als die von den Grenzwerten geforderten auftreten. Für diese athermischen Effekte sind auf der Basis allgemein anerkannter, wissenschaftlicher Erkenntnisse (noch) keine bindenden Grenzwerte, wohl aber Vorschläge, vorhanden. Verfahren, um zu neuen Grenzwerten zu kommen, sind – wie die Erfahrung zeigt –  aber äußerst langwierig. Wie viele Jahre dauerte es, bis Asbest, DDT, PCP, FCKW u.a. verboten wurden?

Die Existenz solcher Effekte belegen Studien, u.a. die im Auftrag von T-Mobil im Mai 2000 vom ECOLOG-Instituts, Hannover, erstellte, oder die erst kürzlich vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen veröffentlichte „Rinderstudie“.

Die ECOLOG-Studie berichtet von Gesundheitsbeeinträchtigungen bei niedrigen Mobilfunkfeldern, wie sie in der Umgebung von Mobilfunkantennen trotz Einhaltung bestehender Grenzwerte auftreten können. Sie zeigt mögliche Beeinflussungen des Schlafs, des zentralen Nervensystems, des Immunsystems und weist darauf hin, dass es zu Schäden der Erbsubstanz und längerfristig zur Auslösung von Krebs kommen kann. 

Mittlerweile raten eine Reihe von Wissenschaftlern und auch Politiker zur Vorsicht und fordern eine vorsorgliche Reduzierung der Feldstärke in „kritischen Gebieten“.
 
Umweltminister Werner Schnappauf: „So lange die Unbedenklichkeit der Strahlen von Mobilfunksendern nicht erwiesen ist, müssen Vorsicht und Vorsorge besonders wichtig genommen werden.... Ungeeignet sind Standorte in Nähe von Kindergärten und Krankenhäuser.“ (Nürnberger Zeitung, 06.04.2001).

Sollen, müssen wir nun auf das geliebte Handy verzichten? Sicherlich nicht!

Bedacht muss aber werden, dass auch bei der Benutzung des Handys die Gesundheit geschädigt werden kann. Aber die Dauer eines Handy-Telefongesprächs befindet sich unter jedermanns eigener Kontrolle und unterliegt damit der Eigenvorsorge.

Dagegen ist man der Strahlung, die von einer (ortsfesten) Mobilfunkantenne ausgeht, ununterbrochen – bei Tag und Nacht – ausgesetzt.

Was ist zu tun?

Für Kindergärten, Krankenhäuser, Schulen und Wohngebiete müssen die vorgeschlagenen niedrigeren Grenzwerte (ECOLOG-Institut, Bürgerforum 10.2000) eingehalten werden. Das bedeutet für die Netzbetreiber, ihre Antennen im ländlichen Raum außerhalb von Ortschaften aufzubauen oder mit stark verminderter Leistung, wie es auch für die Städte gefordert wird, zu senden. Dies kann allerdings mit mehr Standorten und höheren Investitionskosten einhergehen.

An die für öffentliche Gebäude Verantwortlichen ergeht die Aufforderung, aus Vorsorge für Ihre Bürger sich eingehend – nicht bei den Netzbetreibern! – zu informieren und Standorte in der Nähe von Kindergärten, Krankenhäusern, Schulen und Wohngebieten abzulehnen. 

An Privatpersonen ergeht die Bitte, bei Interesse eines Netzbetreiber, auf seinem Haus oder Grundstück eine Mobilfunkantenne zu errichten, in Anbetracht möglicher Beeinträchtigung ihrer eigenen Gesundheit und der ihrer Nachbarn, Nein zu sagen!