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Ortsgruppe Ebermannstadt - Wiesenttal

Beschädigter Biberdamm im Tal

NATURSCHUTZ Christian Kiehr zeigt im Eschlipper Tal einen zerstörten Damm und warnt vor Strafen.

Carmen Schwind / Ein Aurorafalter mit dem gut sichtbaren orangefarbenen Fleck auf den Vorderflügeln fliegt im Eschlipper Tal nahe der früheren Ebermannstädter Mülldeponie über eine Wasserfläche, die durch einen Biberdamm entstanden ist. Es ist ein sonniger Tag mit Vogelgezwitscher am ruhig fließenden Breitenbach. Doch die Idylle trügt, denn einer der Biberdämme wurde mutwillig zerstört.

„Der vordere Damm wurde letztes Jahr mit schwerem Gerät zerstört und der hier Anfang April anscheinend mit der Hand“, zeigt Christian Kiehr, Vorsitzender der Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebermannstadt-Wiesenttal. Er weist darauf hin, dass nach dem Bundesnaturschutzgesetz der Biber streng geschützt ist. Man darf ihn nicht stören, verfolgen, fangen, töten oder seine Bauten und Dämme beschädigen oder zerstören. Biberbauten zu zerstören ist also kein Kavaliersdelikt. Wer einen Biberdamm zerstört, dem droht eine hohe Geldstrafe. „Deshalb haben wir das auch zur Anzeige bei der Polizei gebracht und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung“, fügt Kiehr hinzu.

Andere Arten profitieren
Er zeigt auf die Rohrkolben, die am Rand zu wachsen beginnen, und erklärt, dass Biberdämme Wasser in die Fläche bringen, sodass sich andere Tiere wie Insekten oder Amphibien ansiedeln. „Die ganze Natur profitiert davon. Die Wiese nebendran trocknet auch weniger leicht aus. Und der Grundwasserspiegel bleibt hoch“, so Kiehr. Auch haben Fische dort bessere Rückzugsmöglichkeiten.

Der Biber leiste durch den Bau eines Dammes einen besonders wichtigen Beitrag für den Hochwasserschutz: „Bei einem Hochwasserereignis rauscht das Wasser hier das Eschlipper Tal runter und würde Ebermannstadt ungebremst erreichen. Durch dieses Hindernis hier oberhalb der Stadt wird das Wasser abgebremst, und ein Teil der Flut verteilt sich in der Fläche.“ Auch entstehe ein besseres Mikroklima, und Sedimente setzen sich in der Wiese ab, die dadurch gedüngt wird. Das Wasser im Bach wird dadurch verbessert. „Das ist so ähnlich wie bei den Wässerwiesen. Nur, dass hier der Biber die Arbeit erledigt, die der Mensch künstlich machen muss. Der Biber liefert somit Leistung frei Haus“, stellt Kiehr fest und lacht.

Er gibt aber auch zu, dass er die Landwirte verstehen kann, die verärgert sind, wenn sie durch den Biber ihre landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzen können: „Man darf aber trotzdem einen Biberdamm nicht einfach mutwillig zerstören, sondern kann sich an die Naturschutzbehörde wenden. Hier kann geklärt werden, ob es zum Beispiel Geld aus einem Förderprogramm gibt.“ Er wünscht sich, dass betroffene Grundstücksbesitzer nicht einfach den Stöpsel ziehen, sondern dass gemeinsam eine Lösung gefunden werde.

Auf den zerstörten Biberdamm wurde er durch Bürger aufmerksam gemacht. Kiehr selbst hatte das Unglück gar nicht entdeckt. Er zeigt ein Foto, das er gleich darauf gemacht hatte, und vergleicht es mit dem aktuellen Zustand: „Da sieht man, dass der Biber schon wieder fleißig repariert hat.“ Er zeigt dann auf den trockenen Rand des Baches: „Hier sieht man, wie hoch das Wasser stand.“ Noch einmal weist Christian Kiehr darauf hin, wie wichtig die Arbeit des Bibers für Flora und Fauna ist, und erinnert daran: „Biberdämme zu zerstören ist strafbar.“

Bericht aus NN vom 07.05.2026


Rücksicht in der Natur

APPELL Ein Naturschützer weist darauf hin: kein Feuer, kein Müll, weniger Lärm und Social-Media-Hypes.

Carmen Schwind / „In der Natur sollten wir uns so verhalten, dass die Natur gar nicht gemerkt hat, dass wir da waren“, sagt Christian Kiehr, Vorsitzender des Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebermannstadt-Wiesenttal. Er erzählt, dass er vor einiger Zeit eine Familie vor der Oswaldhöhle bei Muggendorf angetroffen hatte, die dort Feuer gemacht hatte. „Da trafen dann ein Naturschützer und Touristen aufeinander und ich musste sie informieren, dass das nicht erlaubt ist“, so Kiehr. Als Vater habe er wohl Verständnis, dass Eltern ihren Kindern ein Erlebnis bieten wollen: „Aber Rauchen und offenes Feuer sind eine große Gefahr. Bei einem sensiblen Ökosystem kann einmal schon einmal zu viel sein.“

In diesem Fall waren die Besucher aber verständnisvoll und es gab keine bösen Worte: „Die meisten Menschen sind auch vernünftig und denken mit. Sie wollen unsere schöne Natur erhalten und gehen respektvoll mit ihr um.“ Er empfiehlt Eltern, mit den Kindern auf den vorgegebenen Wegen Erkundungstouren in der Natur zu unternehmen. Zum Beispiel zu horchen, welche Vögel zu hören sind. Bestimmen kann man den Vogel dann zum Beispiel über die kostenlose App „Merlin Bird ID“ oder eine andere. Zur Pflanzenbestimmung empfiehlt Kiehr die kostenlose App „Flora Incognita“.

Gar kein Verständnis hat Christian Kiehr allerdings für Menschen, die ihre Zigarettenkippen einfach in die Gegend werfen und ihre Hinterlassenschaften zurücklassen: „Da kann mir keiner erklären, warum er das, was er mitgebracht hat, nicht wieder mitnehmen kann“, schimpft er. Denn weder Plastik noch Bananenschalen haben in der Natur etwas verloren. Auch störe Lärm nicht nur andere Erholungssuchende, sondern auch viele Tiere.

„Schließlich kommen die Menschen in die Natur zur Erholung, zur Bewegung, zum Entspannen und zum Genießen“, so Kiehr. Mittlerweile gibt es viele Studien, die beschreiben, dass Natur und Naturkontakt für menschliches Wohlbefinden und die Gesundheit sehr wichtig sind. „Gerade unsere Fränkische Schweiz hat ja viel zu bieten. Auch für den Sport wie zum Beispiel das Wandern, Klettern oder Radfahren“, stellt der Naturschützer fest und sagt weiter: „Da müssen wir die Balance zwischen Naturerlebnis und Naturschutz finden. Das kippt allerdings dort, wo zu viele Menschen unterwegs sind.“

Deshalb frage er sich, warum es unbedingt Social-Media-Hotspots in der Fränkische Schweiz geben muss: „Da fahren dann viele Leute hin, nur um sich vor einer Kulisse zu fotografieren und das dann posten zu können.“ Er weist auf die Kirschblüte hin und die vielen Besucher in und um Pretzfeld: „Massen an Touristen zerstören, was sie suchen, wenn sie es dann finden.“

Ein weiteres Problem sieht er darin, dass die meisten Besucher mit dem Auto kommen und dann Parkplätze benötigen: „Gut, was sollen sie tun, denn wenn sie mit dem Zug in die Fränkische Schweiz kommen wollen, landen sie in Ebermannstadt. Ein 30-Minuten-Takt einer Wiesenttalbahn wäre da sehr gut.“ Man sollte aber trotzdem nicht einfach wild in einer Wiese parken, denn diese gehört einem Landwirt. Durch die Autos können Schäden am Aufwuchs oder der Kultur entstehen. Oder der Landwirt, der von der Landwirtschaft lebt, kann seine Flächen nicht uneingeschränkt bewirtschaften.

Nachts sollen dann Mensch und Natur zur Ruhe kommen. Deshalb ist wildes Campen verboten. „Für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft gibt es Regeln, die einzuhalten sind. Die sind nicht zum Ärgern gedacht. Jeder sollte ein wenig bereit sein, seine persönliche Freiheit und seine Ansprüche einzuschränken für das gemeinsame Wohl“, so Kiehr.

Für ihn gelte auch nicht die Aussage, dass man etwas Falsches tun dürfe, nur weil es ein anderer auch tut: „Es geht immer um Verantwortungsbewusstsein, Rücksicht und Respekt. Denn wir leben hier auf dieser Erde miteinander und haben nur diese eine Natur.“ Christian Kiehr weist auch noch darauf hin, dass Stand-Up-Paddeln auf der Wiesent nicht erlaubt ist. Ähnlich wie das Kletterkonzept soll auch ein Konzept für das Kanufahren auf der Wiesent entstehen.

Bericht aus NN vom 24.04.2026


Ankündigung: Bürgerbeteiligungsprojekt Sandarium

Mitteilungsblatt Ebermannstadt 2026/04: 
Herzliche Einladung an interessierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Jugendpflege sowie dem Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebermannstadt das neue Sandarium im Stadtpark Ebermannstadt zu gestalten.

Bei Interesse kontaktieren Sie Katharina Kurth-Lipfert, Kurth-Lipfert@ebermannstadt.de 
oder Christian Kiehr, christian.kiehr@ebermannstadt.de

Voraussichtlicher Termin ist der 09.05.2026

weitere Infos zum Projekt <Sandarium>
 


weitere Termine

 

Übersicht Jahresprogramm 2026


Sorry - die Planungen laufen noch …. 

09.05.2026 Bürgerbeteiligungsprojekt Sandarium (Infos siehe oben)
  
  

Außerdem freuen wir uns wieder über konstruktive Wünsche und Anregungen, um den Naturschutz in der Fränkischen Schweiz voranzubringen.

Herzliche Grüße
Christian Kiehr, Andrea Ehm 


EU plant Änderungen im europäischen Naturschutzrecht

Die Natur braucht unsere Unterstützung. Der Generalangriff auf Natur und Umwelt und damit auch unsere Gesundheit ist in einer entscheidenden Phase. Am 12. Februar beraten die EU-Spitzen über die Zukunft der europäischen Naturschutzrechte. Machen Sie jetzt mit bei #handsoffnature https://helfen.bund-naturschutz.de/handsoffnature/ und fordern wir gemeinsam von unseren Politiker:innen, bestehende Naturschutzgesetze zu verteidigen und weiterzuentwickeln, statt sie auszuhöhlen.

Warum das so wichtig ist:
Im Dezember 2025 hat die EU-Kommission Profit-Interessen von Wirtschaft und Industrie entsprochen und ein Paket zur Abschwächung von Umweltprüfungen und –standards vorgelegt. Dieses achte Paket, der sog. „Umwelt-Omnibus“ enthält Erleichterungen für Industrie und Wirtschaft vor allem bei Umweltprüfungen.

Mit der großartigen Unterstützung im Herbst 2025, als in nur 10 Tagen fast 200.000 Menschen in ganz Europa für die Natur gestimmt haben, haben wir zwar erreicht, dass einige Schutz-Vorgaben noch nicht direkt angegriffen werden. Aber beispielsweise Natura 2000 und die Wasserrahmenrichtlinie sollen im Frühjahr einem sog. „Stress-Test“ unterzogen werden. Diese seit 1992 bzw. 2000 geltenden Vorgaben sind zentrale Errungenschaften für gesunde Gewässer und intakte Natur. Seit Jahrzehnten arbeiten in ganz Europa Bürger, Land- und Forstwirte, Kommunen, Behörden und andere, auch wir im BN, engagiert an diesem Netz des Lebens.

Der Fokus des „Umwelt-Omnibus“ liegt auf den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Industrieemissionen und Abfallbewirtschaftung. Die industrielle und chemische Verschmutzung in Europa würden erleichtert werden. Die Überprüfung zahlreicher weiterer Schutz-Bestimmungen wie der Natura 2000-Richtlinien und der Wasserrahmenrichtlinie wir angekündigt. Ihr Zweck - gesunde lebendige Natur und Wasser in ganz Europa – droht für die Interessen von Industrie und Wirtschaft unter die Räder kommen. Damit geht es an die Grundsubstanz des europäischen Naturschutzes. Auch das erst 2024 beschlossene und wegweisende Natur-Renaturierungsgesetz steht in der Diskussion. Es ist ein Generalangriff auf unsere Lebensgrundlagen. Begründet wird er mit der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und Bürokratieabbau, doch es geht um die rücksichtslose Durchsetzung von Profitinteressen. Gesetze zum Schutz von Natur brauchen keine Abschwächung, sondern eine bessere Umsetzung – nicht nur gegen die Biodiversitäts- und Klimakrise, sondern gerade auch für eine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Wirtschaft.

Daher rufen wir als BN erneut im europaweiten Bündnis zu #handsoffnature auf: Unterschreiben Sie jetzt - für eine lebenswerte Zukunft in Europa für alle. Schon in der ersten Woche haben mehr als 160.000 Menschen die verantwortlichen Politiker aufgefordert, unsere Natur zu verteidigen, statt sie noch mehr zu gefährden. Vorgaben zum Schutz von Natur, Wasser und Luft sind keine Bürokratie, sondern Gemeingüter und Lebensgrundlage für uns alle. Sie und unsere Gesundheit sind nicht zu verkaufen!

Link auf die Seite des BN: https://helfen.bund-naturschutz.de/handsoffnature/
Hintergrund-Info zum „Umwelt-Omnibus“ vom 10.12.25 <<weiter>>


Machen Sie der Natur ein Geschenk!

Mitglied werden und spenden für den Naturschutz in Bayern 
Vierzig Prozent aller bei uns heimischen Großpflanzen und Tiere in Bayern stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Klimakrise hat uns mit Hitzewellen, Unwettern und Dürren erfasst. Jedes Jahr verschwindet eine Fläche halb so groß wie der Chiemsee unter Beton und Asphalt, werden Flüsse gestaut und eingezwängt und veröden ganze Landschaften unter dem Einfluss naturferner Landwirtschaft. Wir kämpfen dafür, die natürlichen Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten. Von Konzernen oder Parteien nehmen wir kein Geld an. Erst die Unterstützung unserer Mitglieder und Spender ermöglicht es uns, die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat zu bewahren. Gemeinsam schützen wir Bayerns Natur. Was wir heute dafür tun, ist entscheidend.
Weitere Informationen unter: https://www.bund-naturschutz.de/spenden-helfen

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen oder möchtest du tiefer beleuchten?

Als aktive Ortsgruppe für Ebermannstadt und dem Wiesenttal verstehen wir uns als unabhängiger Anwalt der Natur und sind parteipolitisch und konfessionell unabhängig.

Lebensräume erhalten
Der Zustand der Pflanzen- und Tierwelt ist ein Indikator für die Qualität unseres Lebensraums. Pflege von Biotopen und Artenschutz sind wichtige Beiträge zum Erhalt einer intakten Umwelt.

Ziele und Aufgaben
Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren.
Wir verstehen uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch.
Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

Unsere Aufgaben liegen auf allen Feldern der Umweltpolitik:
- Wir schützen Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume.
- Wir legen sinnvolle Konzepte für Verkehr und Energie vor.
- Wir wollen unsere Lebensgrundlagen Wasser, Boden und Luft rein halten.
- Wir fördern den ökologischen Landbau.
- Wir bieten Menschen jeden Alters ein umfassendes Bildungsprogramm