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Das Feuchtbiotop

Feuchtbiotope sind Systeme im ökologischen Gleichgewicht und stellen Urzellen einer intakten Natur dar. In der Regel besitzen sie ein stehendes Gewässer, was auch austrocknen kann, haben einen Verlandungsbereich mit vielfältigem Leben für Pionierarten der Flora und Fauna, einen Uferbereich und sind von einem Übergangsbereich, oftmals Feuchtwiesen und Hecken, zu anderen Gebieten der Fluren abgeschlossen.

Das stehende Gewässer kann ein Tümpel, ein Teich oder ein Weiher sein. Es hat biozönose Verbindung zu umgebenden Fließgewässern, die die Wanderachsen von Lebewesen bilden. Die Verbindungen können gelegentlich wasserführende Gräben sein aber auch nur Tierwanderwege, wie im Falle der bekannten Wanderwege der Amphibien.

Wird das Hauptgewässer eines Feuchtbiotops neu angelegt, kommen die Schemata der nachstehende Skizze zur Anwendung.

(Quelle: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Zoologisches Institut, Hauptseminar : Angewandte Ökologie in kommunaler Praxis)

Der Tümpel

Als Tümpel bezeichnet man ein Kleingewässer, das regelmäßig austrocknet. In neuerer Zeit ist es aber üblich geworden, auch ausdauernde kleine Stillgewässer so zu bezeichnen. Als obere Grenze können Gewässer mit einem Durchmesser von 10 m und einer Wassertiefe von 0,5 m gelten. Durch die geringe Wasserführung kommt es zu äußerst starken Temperaturschwankungen und auch oft zu Sauerstoffarmut. Im Winter frieren Tümpel häufig bis zum Grund durch. Dies ist der Grund, warum Fische fast immer fehlen. Im Gegensatz dazu findet man viele Amphibienarten, wie z.B. den Laubfrosch.
Ein verbreiteter Tümpeltyp ist die Wegpfütze. Sie führt meist nur kurzfristig Wasser, beherbergt aber oft eine Fülle unterschiedlicher Tierarten. Unter den Amphibien findet man hier häufiger die Gelbbauchunke.
Ebenfalls zu den ephemeren (kurzfristigen) Tümpeln zählen die Überschwemmungstümpel, die sich nach der Schneeschmelze in den Auebereichen größerer Flüsse bilden. Typische Bewohner solcher auch als Qualmwasser bezeichneten Tümpel sind die Krebse Siphonophanes grubei und Lepidurus apus sowie die Mückenlarve Mochlonyx sp.

Der Weiher

Stehende, natürliche oder naturnahe Gewässer oberhalb der oben genannten Grenzen, die normalerweise nicht austrocknen, bezeichnet man als Weiher. Die Wassertiefe eines Weihers ist so gering, dass überall das Licht bis zum Grund vordringt und so ein durchgehender Bewuchs mit im Boden wurzelnden Pflanzen möglich ist. Ungestörte Weiher zeichnen sich meistens durch einen reichlichen Pflanzenbewuchs aus. Man kann zwischen untergetauchten (submersen) und über die Wasseroberfläche hinausragenden (emersen) Wasserpflanzen unterscheiden. Daneben gibt es Schwimmblattpflanzen, die ganz frei schwimmen oder im Boden wurzeln. Algen und einige wirbellose Tiere, wie die Wasserflöhe (Cladocera) und Ruderfußkrebse (Copepoda). Diese bilden die „schwebende Lebensgemeinschaft“ des Planktons. (Die durch Eigenbewegung schwimmenden höheren Tiere, z.B. Fische, bezeichnet man als Nekton.)

Der Teich

Ein Teich ist im Gegensatz zum Weiher ein künstliches, durch eine besondere Vorrichtung (Mönch) ablassbare Gewässer. Er dient vor allem der Fischzucht und ist in den meisten Fällen als Lebensraum für Amphibien und wirbellose Tiere ungünstig. Die Erdkröte (bufo bufo) kann hier aber vielfach Massenpopulationen entwickeln da ihre Kaulquappen von den Fischen gemieden werden. Extensiv genutzte, dicht mit Wasservegetation bewachsene Fischteiche können aber auch für zahlreiche andere Wassertiere wertvolle Lebensräume darstellen, so z.B. für Libellen, Wasserkäfer und diverse Amphibienarten.
Sobald ein Gewässer so tief ist, dass in seiner Mitte durch Lichtmangel kein Pflanzenwachstum am Boden mehr möglich ist, spricht man von einem See. Diese kritische Tiefe liegt meist bei etwa 4-5m.

Nährstoffgehalt

Außer nach der Größe lassen sich stehende Gewässer nach dem Nährstoffgehalt einteilen. Man unterscheidet oligotrophe (nährstoffarme) und eutrophe (nährstoffreiche) Gewässer. Eutrophe Gewässer sind vor allem reich an Nitraten und Phosphaten, also an Nährstoffen, die das Pflanzenwachstum ermöglichen.